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Pest-Verdacht in Russland: Wie gefährlich ist die Krankheit heute noch?

Nach dem Tod einer 28-jährigen Mitarbeiterin eines Pestforschungsinstituts in der russischen Region Irkutsk kursieren anhaltende Spekulationen über eine mögliche Infektion. Russische Gesundheitsbehörden weisen den Verdacht zurück und sprechen von einer Lungenentzündung unbekannter Ursache. Unklar bleibt bislang, was einen zweiten gemeldeten Todesfall in Russland ausgelöst hat.

Pestverdacht in Irkutsk

Die Frau starb an einem Freitag in einem Kreisspital. Der Gouverneur der benachbarten Region Burjatien, Alexej Zydenow, hatte zunächst erklärt, sie sei an der Pest gestorben. Die Gesundheitsbehörde Rospotrebnadsor widersprach dem und erklärte, die Proben der Patientin hätten keinerlei Erreger gezeigt, die auf ihre berufliche Tätigkeit zurückzuführen seien.

Berichte, wonach ihr ein Reagenzglas heruntergefallen und sie sich dabei mit Lungenpest infiziert haben soll, ließen sich demnach nicht bestätigen. Nach Untersuchungen von Rospotrebnadsor gab es keinen Laborunfall in dem Institut.

Wie die Pest wirkt

Verursacht wird die Pest durch das Bakterium Yersinia pestis, das sich in der Natur hauptsächlich bei kleinen Säugetieren sowie deren Flöhen findet. Am häufigsten überträgt der Stich eines infizierten Flohs die Krankheit. Möglich ist eine Ansteckung aber auch durch direkten Kontakt mit infiziertem Gewebe oder Körperflüssigkeiten erkrankter oder verendeter Tiere.

Die häufigste Form ist die Beulenpest mit schmerzhaft geschwollenen Lymphknoten, sogenannten Bubonen, meist in der Leistengegend. Bleibt sie unbehandelt, kann sich daraus die Lungenpest entwickeln, die schwerste und unbehandelt schnell lebensbedrohliche Form.

In selteneren Fällen entsteht die Lungenpest unmittelbar durch das Einatmen von Tröpfchen eines Infizierten; ausschließlich auf diesem Weg kann die Krankheit von Mensch zu Mensch weitergegeben werden.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts liegt die Inkubationszeit überwiegend bei ein bis sieben Tagen, bei Lungenpest können erste Beschwerden schon nach ein bis drei Tagen auftreten. Gelangen die Bakterien in die Blutbahn, droht eine Pestsepsis mit hohem Fieber, starker Schwäche, Bauchschmerzen, Schock sowie Blutungen und Organschäden.

Verbreitung und Lage heute

Lungenpest lässt sich mit Antibiotika behandeln, wenn die Therapie früh beginnt. Laut Robert Koch-Institut kommt die Pest weiterhin in Teilen Afrikas, Amerikas und Asiens vor. In der Schweiz wurde nach Angaben des Bundesamts für Gesundheit in den vergangenen 30 Jahren kein Pestfall registriert.

In Irkutsk und der Stadt Schelechow bezeichnet Rospotrebnadsor die hygienisch-epidemiologische Lage als stabil. Vorsorglich wurden zwei allgemeine Spitäler und eine Kinderklinik in Irkutsk unter Quarantäne gestellt, auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts blieben an ihrem Arbeitsplatz isoliert. Weitere Infektionen wurden bislang nicht verzeichnet.

Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.

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