Listerien sind Bakterien, die in Böden, Wasser, auf Pflanzen und im Verdauungstrakt verschiedener Tiere vorkommen. Während die meisten Varianten als unbedenklich eingestuft werden, können spezifische Stämme von Listeria monocytogenes beim Menschen die Infektionskrankheit Listeriose hervorrufen. Wie gefährlich eine Infektion mit Listerien wird, hängt von mehreren Faktoren ab.
Milde Verläufe sind die Regel – aber nicht immer
Listeriose kann einen milden bis tödlichen Verlauf nehmen. Entscheidend sind demnach die Menge der aufgenommenen Erreger und die Abwehrkraft der betroffenen Person. In Deutschland verursachen Listerien-Infektionen überwiegend Fieber und Magen-Darm-Beschwerden, die von allein wieder abheilen. Ein großer Teil der Infektionen bleibt sogar vollständig unerkannt, weil die Symptome so unspezifisch ausfallen.
Wer einem höheren Risiko ausgesetzt ist
Nicht jeder Mensch reagiert gleich auf Listeria monocytogenes. Manche Menschen bemerken die Infektion gar nicht und bleiben gesund, weil ihr starkes Immunsystem die Bakterien sofort erfolgreich abwehrt, obwohl sie den Erreger vorübergehend in sich tragen. Bei anderen reicht eine geringe Menge der Erreger aus, um eine spürbare Infektion auszulösen. Der Schweregrad hängt damit stark vom individuellen Immunsystem ab, nicht allein von der Bakterienmenge im Lebensmittel.
Woher die Bakterien in Lebensmitteln stammen
Listeriose entsteht gewöhnlich durch den Verzehr verseuchter Lebensmittel. Eine häufige Infektionsquelle sind nicht erhitzte tierische Produkte, besonders Milch und Milcherzeugnisse. Weitere mögliche Träger sind:
- Rohes Fleisch
- Rohwurst
- Feinkostsalate mit tierischen Zutaten
- Roher oder geräucherter Fisch
Listerien gelangen zudem oft erst nachträglich auf Lebensmittel, etwa bei der Gewinnung, Verarbeitung, Lagerung oder Zubereitung durch verkeimte Hände, Geräte oder Oberflächen. Bei Käse haften die Bakterien häufig außen an der Rinde und nicht im Käse selbst.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.