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Ferritin Face: Was der virale Trend wirklich über Eisenmangel verrät

Hände halten ein unmarkiertes Pflegeprodukt, Symbolbild zum Beauty-Trend Ferritin Face und Hautpflege bei Eisenmangel – Foto: AhmadArdity / Pixabay
Foto: AhmadArdity / Pixabay

Fahler Teint, Augenringe, rissige Mundwinkel: Unter dem Schlagwort Ferritin Face kursiert in sozialen Medien die Idee, Eisenmangel lasse sich direkt im Gesicht ablesen. Mediziner und Medizinerinnen widersprechen: Allein an Gesichtsmerkmalen lässt sich ein Eisenmangel nicht sicher erkennen. Der Begriff selbst ist keine anerkannte medizinische Diagnose.

Was dahintersteckt

Ferritin ist ein Protein, das Eisen im Körper speichert, und gilt als verlässlicher Indikator für die Eisenvorräte. Ein stärkerer Mangel kann sich tatsächlich an Haut, Haaren oder Nägeln zeigen. Typische Symptome sind Blässe, Müdigkeit, eingerissene Mundwinkel, brüchige Nägel und Haarausfall, wie sie auch im „Ferritin Face“-Trend beschrieben werden.

Keine Diagnose am Spiegel

Genau diese Symptome sind das Problem: Sie sind nicht spezifisch genug, um daraus einen Eisenmangel abzuleiten. Blässe oder Müdigkeit können ebenso auf innere Blutungen oder andere Erkrankungen hindeuten. Erst eine Blutuntersuchung zeigt sicher, ob tatsächlich ein Eisenmangel oder eine Anämie vorliegt.

Risiken bei Präparaten

Wer dem Trend folgt und ungeprüft Eisenpräparate einnimmt, geht ein Risiko ein. Zu viel Eisen kann Magen-Darm-Beschwerden auslösen und auf Dauer sogar Krebserkrankungen und Diabetes begünstigen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät, über Nahrungsergänzungsmittel höchstens sechs Milligramm Eisen täglich aufzunehmen.

Viele Anbieter von Eisenpräparaten empfahlen in einem Test jedoch rund 14 Milligramm pro Tag, mehr als das Doppelte der Empfehlung. Einige Produkte überschritten zudem die empfohlenen Höchstmengen für Vitamin B6 und Folsäure für bestimmte Personengruppen.

Eisen über die Ernährung

Ein erhöhter Eisenbedarf, etwa bei Frauen mit starker Menstruation, lässt sich in der Regel allein über die Ernährung decken. Rind- und Schweinefleisch, besonders Innereien, liefern viel Eisen in gut verwertbarer Form. Tierisches Eisen ist für den Körper besser verfügbar als pflanzliches.

Wer auf pflanzliche Quellen wie Haferflocken, Vollkornbrot, Bitterschokolade, Pfifferlinge, Hülsenfrüchte, Cashewkerne oder grünes Blattgemüse setzt, kann die Aufnahme mit Vitamin C aus Zitrusfrüchten, Paprika oder Brokkoli verbessern. Kaffee, schwarzer Tee und Milch wirken dagegen hemmend auf die Eisenaufnahme, weil sie Polyphenole enthalten.

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