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Ärzte ohne Grenzen fliegt Ebola-infizierten Mitarbeiter aus der Demokratischen Republik Kongo aus

Bei einem Einsatz von Ärzte ohne Grenzen gegen Ebola in der Demokratischen Republik Kongo hat sich ein Mitarbeiter der Organisation mit dem Virus infiziert. Die Organisation lässt die infizierte Person unter strikten Sicherheitsvorkehrungen in ein Krankenhaus in den Niederlanden ausfliegen. Der Mitarbeiter war im Rahmen der Ebola-Hilfe in der nordöstlichen Provinz Ituri im Einsatz.

Die wichtigsten Punkte im Überblick:

  • Ein Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen wurde infiziert und wird in ein Krankenhaus in den Niederlanden gebracht.
  • Im aktuellen Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo sind rund 8.000 Fälle bekannt, etwa 4.000 Menschen sind gestorben.
  • Gegen den ursächlichen Bundibugyo-Virusstamm steht bislang weder eine zugelassene Impfung noch ein zugelassenes Medikament zur Verfügung.
  • Die Konfliktregion mit Hunderttausenden Vertriebenen erschwert Einsatzkräften die Eindämmung.

Was hinter dem Ausbruch steckt

Das kongolesische Gesundheitsministerium hat offiziell einen Ebola-Ausbruch erklärt. Verantwortlich ist die Bundibugyo-Virusvariante, für die bislang weder ein zugelassener Impfstoff noch eine zugelassene Behandlung existiert. Nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen wurden in den Gesundheitszonen Mongwalu, Bunia und Rwampara rund 80 Todesfälle sowie 246 Verdachtsfälle gemeldet. Bereits ab Anfang April registrierte die Organisation demnach 55 Todesfälle in Mongwalu.

Die Leiterin des Nothilfeprogramms von Ärzte ohne Grenzen, Trish Newport, bezeichnet die rasch wachsende Fallzahl als äußerst besorgniserregend. Auch in Uganda wurde ein bestätigter Fall des Bundibugyo-Virus bekannt: Ein 59 Jahre alter kongolesischer Mann starb dort am 14. Mai nach einer Infektion.

Für wen die Lage besonders gefährlich wird

Nach Einschätzung von Experten liegt die Dunkelziffer nicht erfasster Ebola-Fälle in der Demokratischen Republik Kongo hoch. Besonders betroffen sind Menschen in der Konfliktregion, in der Hunderttausende auf der Flucht sind. Diese Lage erschwert es Einsatzkräften von Ärzte ohne Grenzen erheblich, notwendige Maßnahmen zur Eindämmung umzusetzen.

In der Salama-Klinik der Organisation in Bunia liegen derzeit drei Verdachtsfälle in Isolation. Ärzte ohne Grenzen hat zudem Verdachtsfälle in den Gesundheitszonen Bunia und Rwampara identifiziert und mobilisiert zusätzliche Teams mit Erfahrung in der Bekämpfung viraler hämorrhagischer Fieber.

Wie die Ausfliegung des infizierten Mitarbeiters abläuft

Der betroffene Mitarbeiter wird nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen unter strikten Sicherheitsvorkehrungen in ein Krankenhaus in den Niederlanden gebracht. Zum Schutz der medizinischen Vertraulichkeit macht die Organisation keine Angaben zu Geschlecht oder Herkunftsstatus der Person. Alle Fachkräfte erhalten vor einem Einsatz Schulungen und bestmögliches Schutzmaterial, dennoch bleibt laut Ärzte ohne Grenzen ein Restrisiko bestehen.

Risiken und Zahlen im Vergleich

Der gegenwärtige Ausbruch gilt als größter und tödlichster in der Geschichte der Demokratischen Republik Kongo und hat die Ebola-Epidemie der Jahre 2018 bis 2020 im Land übertroffen. Nach der Epidemie in Westafrika von 2014 bis 2016, bei der sich über 28.600 Menschen ansteckten und mehr als 11.000 starben, ist dies global gesehen der zweitgrößte Ebola-Ausbruch.

Die geschätzte Sterblichkeitsrate des Bundibugyo-Stamms liegt zwischen 25 und 40 %. Damit tritt dieser Virusstamm erst zum dritten Mal auf, nachdem er bereits 2007/2008 in Uganda und 2012 in der Demokratischen Republik Kongo nachgewiesen wurde; landesweit ist es bereits der siebzehnte Ebola-Ausbruch seit 1976.

Für den Großeinsatz sammelt Ärzte ohne Grenzen derzeit lebenswichtige Hilfsgüter und verstärkt die Teams vor Ort, um der wachsenden Fallzahl zu begegnen.

Darauf sollten Sie achten

  • Ebola-Symptome wie hohes Fieber, Schwäche oder Blutungen ernst nehmen und bei Verdacht sofort medizinische Hilfe suchen.
  • Informationen zu Reisewarnungen für die betroffenen Regionen der Demokratischen Republik Kongo und Ugandas beachten.
  • Spenden und Hilfsangebote nur über anerkannte Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen abwickeln.
  • Berichte zur Fallentwicklung regelmäßig über offizielle Gesundheitsbehörden verfolgen, da sich Zahlen schnell ändern können.

Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.

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