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Internationaler Tag der älteren Menschen: Neuer Fonds stärkt ältere Generation mit HIV

Mehr als die Hälfte aller Menschen mit HIV in Deutschland ist über 50 Jahre alt. Zum Internationalen Tag der älteren Menschen rückt die Deutsche AIDS-Stiftung diese wachsende Gruppe in den Mittelpunkt und kündigt gezielte Unterstützung an. Grund ist eine Versorgungslücke, die das Gesundheitssystem bislang nur unzureichend schließt.

Ein Überblick über die wichtigsten Punkte:

  • Im Jahr 2024 lebten hierzulande schätzungsweise rund 42.900 Männer und 9.100 Frauen im Alter über 50 mit einer HIV-Infektion.
  • Die Deutsche AIDS-Stiftung plant zu ihrem 40. Jubiläum 2027 einen eigenen Förderfonds.
  • Ältere Menschen mit HIV berichten von doppelter Diskriminierung – wegen HIV und wegen ihres Alters.
  • Fachstudien zeigen, dass Pflege- und Gesundheitssystem auf diese Gruppe noch nicht ausreichend eingestellt sind.

Was hinter der Initiative für ältere Menschen mit HIV steckt

Dank moderner Therapien erreichen immer mehr Menschen mit HIV ein hohes Lebensalter. Das verändert die Zusammensetzung der Betroffenen deutlich: Wer vor Jahrzehnten die Diagnose erhielt, gehört heute vielfach zur älteren Generation. In Deutschland machten Menschen über 50 Jahre mit HIV 2024 mehr als die Hälfte aller HIV-positiven Menschen im Land aus.

Die Deutsche AIDS-Stiftung reagiert darauf mit einer Förderkooperation, die speziell auf diese Lebensphase ausgerichtet ist. Finanziert werden sollen Projekte zu Beratung, Vernetzung, sozialer Teilhabe und Versorgung. Pro Jahr können demnach bis zu 10.000 Euro je Projekt beantragt werden, sobald der Fonds zum 40-jährigen Jubiläum der Stiftung 2027 startet.

Für wen sich das Förderangebot eignet

Angesprochen sind primär Organisationen und Initiativen, die ältere Menschen mit HIV in ihrem Alltag unterstützen wollen, etwa Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen oder soziale Projekte. Hintergrund ist, dass sich die Lebenslage dieser Gruppe von der jüngerer HIV-positiver Menschen deutlich unterscheidet.

Laut einer Befragung der Deutschen Aidshilfe fühlten sich Teilnehmende über 60 Jahre durch HIV-bezogene Vorurteile im Vergleich zu jüngeren Betroffenen wenig beeinträchtigt. Gleichzeitig gaben in derselben Befragung 21 % der älteren Menschen mit HIV an, zusätzlich Altersdiskriminierung zu erleben. Diskriminierung, Einsamkeit, Selbststigmatisierung und Traumatisierung zählen demnach zu den zentralen psychosozialen Herausforderungen dieser Generation.

Welche gesundheitlichen Besonderheiten das Alter mit HIV mit sich bringt

Mit zunehmendem Alter treten bei Menschen mit HIV bestimmte Erkrankungen häufiger und teils früher auf, etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Eine klinische Untersuchung belegt außerdem, dass bei HIV-positiven Menschen über 50 Jahren die gleichzeitige Einnahme mehrerer Medikamente, also Polypharmazie, etwa fünfmal so oft auftritt wie bei gleichaltrigen Personen ohne HIV-Infektion.

Das IGES-Gutachten zur HIV-Versorgung sowie die Studie 50plus HIV kommen zu dem Ergebnis, dass Gesundheits- und Pflegesystem auf diese besonderen Bedürfnisse noch nicht ausreichend eingestellt sind. Genau hier soll der geplante Förderfonds ansetzen, indem er Lücken in Beratung und Versorgung schließt.

Darauf sollten Betroffene und Angehörige achten

Wer selbst betroffen ist oder Angehörige unterstützt, findet in der aktuellen Entwicklung mehrere Anknüpfungspunkte. Folgende Punkte lohnen einen genaueren Blick:

  • Informationen zu lokalen Beratungsangeboten für ältere Menschen mit HIV frühzeitig einholen.
  • Auf mögliche Wechselwirkungen bei mehreren gleichzeitig eingenommenen Medikamenten achten und dies ärztlich abklären lassen.
  • Erfahrungen mit Diskriminierung nicht allein tragen, sondern Austauschangebote und Selbsthilfegruppen nutzen.
  • Regelmäßige Kontrolluntersuchungen altersassoziierter Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Problemen wahrnehmen.
  • Entwicklungen rund um neue Förderprogramme und Projekte für ältere Menschen mit HIV verfolgen, sobald diese starten.

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