
Wer einen QR-Code nicht ausgedruckt, sondern direkt auf dem eigenen Smartphone-Display vor sich hat, kommt mit der Kamera-App nicht weiter: Sie kann den eigenen Bildschirm nicht gleichzeitig zeigen und erfassen. Bei Geräten mit iOS 15 oder neuer sowie bei vielen Android-Smartphones gibt es dafür trotzdem eine Lösung, die ohne zweites Gerät auskommt.
QR-Codes sind im Alltag längst nicht nur Werbung: Sie führen zu WLAN-Anmeldedaten, öffnen Webseiten, zeigen Eintrittskarten für Veranstaltungen oder starten den Download einer App.
Ein Screenshot macht den Code für die Foto-App lesbar
Der einfachste Weg funktioniert auf beiden großen Betriebssystemen gleich: Ein Screenshot vom angezeigten QR-Code wird anschließend in der Foto-App geöffnet. Die App erkennt den Code darin normalerweise automatisch und bietet an, den hinterlegten Link oder die Information zu öffnen.
Bei Geräten mit iOS-Betriebssystem funktioniert dieser Weg ab Version 15 über die integrierte Texterkennung in der Fotos-App. Ein kleines Symbol unten rechts im Bild macht erkannte Texte und QR-Codes anklickbar, sodass sich der Code direkt aus dem Screenshot heraus öffnen lässt.
Umkreisen oder antippen: Schnellere Wege auf manchen Android-Geräten
Auf aktuellen Android-Smartphones gibt es inzwischen eine schnellere Variante: Durch langes Drücken der Home-Taste lässt sich eine Umkreis-Suchfunktion aktivieren, mit der ein QR-Code direkt auf dem Bildschirm eingekreist und ausgelesen wird. Ein Screenshot ist dafür nicht nötig.
Da verschiedene Android-Hersteller eigene Kamera- und Galerie-Apps einsetzen, kann der genaue Ablauf abweichen. Manche Hersteller-Galerien bieten eine Erkennungsfunktion direkt in der eigenen App an, etwa über eine Option zur Texterkennung im Bild. In anderen Fällen genügt es, den QR-Code im gespeicherten Bild anzutippen oder länger gedrückt zu halten, damit die integrierte Scan-Funktion anspringt.
Wer kein passendes Gerät zur Hand hat, kann einen Screenshot auch über einen Browser-Dienst hochladen, der QR-Codes aus Bilddateien ausliest, ganz ohne zusätzliche App.
Woher der Code stammt, entscheidet über das Risiko
So praktisch die Technik ist: QR-Codes werden auch für sogenannte Quishing-Angriffe missbraucht. Dabei führen gefälschte Codes auf betrügerische Webseiten, über die Zugangsdaten oder andere persönliche Informationen abgegriffen werden sollen.
Besondere Vorsicht ist deshalb bei QR-Codes aus unerwarteten E-Mails oder von Aushängen an öffentlichen Orten geboten, da sich dort echte und gefälschte Aufkleber kaum unterscheiden lassen. Grundsätzlich gilt: Ein QR-Code sollte nur aus einer Quelle stammen, der vertraut wird, bevor der enthaltene Link tatsächlich geöffnet wird.
Für den Alltag heißt das: Der Umweg über Screenshot oder Umkreis-Suchfunktion macht das Scannen eines Codes vom eigenen Bildschirm bequemer. Wie bei jedem QR-Code lohnt sich aber ein kurzer Blick auf Absender und Ziel-Adresse, bevor ein Link angeklickt oder eine App heruntergeladen wird.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.


