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Gesundheitsausschuss Pharma: Verband kritisiert Sparpläne bei Krebsmedikamenten

Symbolbild zum Bericht: Gesundheitsausschuss Pharma: Verband kritisiert Sparpläne bei Krebsmedikamenten – Foto: Pexels / Pixabay
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Bei einer Anhörung im Gesundheitsausschuss hat der Branchenverband Pharma Deutschland geplante Sparmaßnahmen bei Krebsmedikamenten und digitalen Gesundheitsanwendungen abgelehnt. Der Verband fordert, die entsprechenden Punkte aus einem geplanten Änderungspaket zu streichen.

  • Pharma Deutschland vertritt rund 400 Mitgliedsunternehmen mit etwa 80.000 Beschäftigten in Deutschland.
  • Geplant ist die Wiedereinführung apothekenbezogener Ausschreibungen für Zytostatika, also Krebsmedikamente.
  • Ab Januar 2027 soll die Vergütung digitaler Gesundheitsanwendungen rückwirkend gekürzt werden.
  • Der Herstelleranteil an den gesamten Arzneimittelausgaben liegt seit Jahren konstant bei rund 12 %.

Anhörung im Gesundheitsausschuss: Pharma Deutschland vertritt 400 Unternehmen

Die im Verband organisierten Unternehmen stellen fast 80 % der in Apotheken verkauften rezeptfreien Arzneimittel und fast zwei Drittel der rezeptpflichtigen Medikamente. Damit betreffen die geplanten Sparmaßnahmen einen großen Teil der Arzneimittelversorgung in Deutschland.

Die Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland, Dorothee Brakmann, bezeichnet die Vorschläge als kurzsichtig. Sie befürchtet, dass sowohl die Versorgungsqualität als auch der Pharmastandort Deutschland darunter leiden könnten.

Zytostatika-Ausschreibungen und DiGA-Abschläge sollen gestrichen werden

Konkret geht es um zwei Punkte des Reformpakets. Zum einen soll die Politik apothekenbezogene Ausschreibungen für Zytostatika wieder einführen. Diese Exklusivverträge waren 2017 abgeschafft worden, um die freie Apothekenwahl und etablierte Versorgungsabläufe zu schützen.

Zum anderen soll ab Januar 2027 die Vergütung digitaler Gesundheitsanwendungen, kurz DiGA, rückwirkend gekürzt werden. Maßgeblich dafür wäre der Anteil der Nutzer, die eine Anwendung innerhalb von 28 Tagen vorzeitig beenden. Pharma Deutschland fordert, beide Maßnahmen aus dem Änderungspaket zu entfernen.

Herstelleranteil liegt seit Jahren bei 12 Prozent der Arzneimittelausgaben

Der Verband verweist darauf, dass der Herstelleranteil an den gesamten Arzneimittelausgaben seit vielen Jahren konstant geblieben ist. Zuletzt seien die durchschnittlichen volumengewichteten Arzneimittelpreise sogar um 0,8 % gesunken.

Nach Angaben von Pharma Deutschland haben Herstellerabschläge im vergangenen Jahr Einsparungen von 29 Milliarden Euro ermöglicht. Zusätzlich sollen Patentabläufe in der laufenden Legislaturperiode weitere 6 Milliarden Euro einsparen. Der Verband sieht zudem in der Deregulierung etablierter, sicherer Arzneimittel ein jährliches Sparpotenzial von 4 Milliarden Euro.

Als weiteres Argument führt Pharma Deutschland das Most-Favored-Nation-Prinzip der US-Regierung an: Dadurch gelten deutsche Arzneimittelpreise als Referenz für den US-Markt. Weitere Preissenkungen in Deutschland könnten demnach Unternehmen dauerhaft aus dem Markt drängen.

Was die Sparpläne für Patienten und Apotheken bedeuten könnten

Das Erstattungsniveau für Arzneimittel entscheidet laut Pharma Deutschland mit darüber, ob Unternehmen neue Therapien zuerst in Deutschland einführen und hier in Forschung und Produktion investieren. Gleichzeitig verweist der Verband auf den demografischen Wandel und neue medizinische Möglichkeiten, die das System der gesetzlichen Krankenversicherung ohnehin unter Druck setzen.

Für Patientinnen und Patienten mit Krebserkrankungen könnte die Rückkehr zu apothekenbezogenen Ausschreibungen bedeuten, dass sich an gewohnten Versorgungswegen etwas ändert. Für Nutzer digitaler Gesundheitsanwendungen hängt die künftige Vergütung ab 2027 unmittelbar davon ab, wie viele Anwender ein Programm vorzeitig abbrechen. Der Verband argumentiert, dass eine wirtschaftlich stabile Pharmaindustrie langfristig auch zu höheren Einnahmen der Krankenkassen beiträgt.

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