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Lotsendienste in Geburtskliniken: Caritas und Diakonie fordern dauerhafte Finanzierung

In Deutschland kommen so gut wie alle Neugeborenen in einer Geburtsklinik zur Welt. Genau dort setzen sogenannte Lotsendienste an: Sie begleiten Eltern bei Anträgen, Behördenkontakten und finanziellen Fragen rund um die Geburt. Caritas und Diakonie in Nordrhein-Westfalen fordern nun, dass es dieses Angebot flächendeckend und dauerhaft finanziert in allen Geburtskliniken gibt.

Was Lotsendienste leisten

Lotsendienste helfen Eltern nicht nur bei organisatorischen Fragen. Sie vermitteln auch zu weiterführenden Angeboten wie Familienhebammen oder Erziehungsberatungsstellen und stehen Eltern zur Seite, wenn die Geburt belastend verlief oder der Umgang mit dem Neugeborenen Unsicherheit auslöst. Für die Behandlungsteams in den Geburtskliniken bedeutet das eine spürbare Entlastung: Medizinisches Personal kann sich stärker auf die Versorgung konzentrieren, während die Lotsinnen und Lotsen psychosoziale Anliegen auffangen.

Wie verbreitet das Angebot ist

Trotz des erkennbaren Nutzens bietet derzeit nur etwa die Hälfte der Geburtskliniken in Nordrhein-Westfalen einen Lotsendienst an. Bundesweit zeigt sich ein ähnliches Bild: Mehr als die Hälfte der bestehenden Lotsendienste arbeitet auf befristeter Grundlage, weil feste Strukturen fehlen. Dabei betrifft der Bedarf viele Familien. Unter den 648.221 Kindern, die 2023 hierzulande zur Welt kamen, lebten mindestens 97.234 in Haushalten mit massiven psychosozialen Problemlagen. Demnach gilt jede siebte Familie in Deutschland als derart belastet, dass eine gesunde Entwicklung des Kindes nicht gesichert ist.

Woran die Finanzierung hakt

Die Unsicherheit bei der Finanzierung zieht sich durch fast alle Standorte. In 72 Prozent der Kliniken stammen Mittel aus der Bundesstiftung Frühe Hilfen, deren Budget seit 2012 bei 51 Millionen Euro pro Jahr stagniert. Viele Lotsendienste in Geburtskliniken Deutschlands finanzieren sich zusätzlich aus befristeten Förderprogrammen und teilweise aus Eigenmitteln der Träger. Diese Konstruktion erschwert Planungssicherheit – sowohl für die Kliniken als auch für die Fachkräfte, die die Lotsendienste übernehmen.

Warum Kliniken handeln wollen

Der Deutsche Caritasverband beschreibt Babylotsinnen und Babylotsen als speziell qualifizierte Fachkräfte, die das Hilfesystem kennen und verhindern sollen, dass aus Überforderung eine Kindeswohlgefährdung wird. Ergänzend berichtet das befragte Klinikpersonal zu drei Vierteln davon, dass die Zahl schwer belasteter Familien zuletzt zugenommen habe. Caritas und Diakonie RWL werten Lotsendienste deshalb als wichtigen Baustein der Prävention, der Gesundheitswesen und soziale Hilfesysteme stärker miteinander vernetzt.

Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.

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