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El Niño: Wie das Klimaphänomen weltweit Gesundheitsrisiken erhöht

Symbolbild zum Bericht: El Niño: Wie das Klimaphänomen weltweit Gesundheitsrisiken erhöht – Foto: takenbyphil / Pixabay
Foto: takenbyphil / Pixabay

In den kommenden Monaten dürften in zahlreichen Regionen der Welt verstärkt Wetterextreme auftreten, da sich durch El Niño laut WHO und Deutscher Fachgesellschaft für Reisemedizin die klimatischen Bedingungen verändern. Besonders betroffen sind Bevölkerungen in Ländern mit schwachen Gesundheitssystemen und Menschen in humanitären Krisen. Die erwarteten Gesundheitsrisiken reichen von Hitzeerkrankungen bis zu Infektionen.

Natürliches Phänomen

Laut Malteser International handelt es sich bei El Niño um ein natürliches Klimamuster, bei dem sich die Wasseroberfläche im östlichen und zentralen Pazifik deutlich erwärmt, wodurch sich die sonst übliche Luftströmung darüber in ihr Gegenteil verkehrt. Es tritt seit Jahrhunderten etwa alle drei bis fünf Jahre auf und bringt in normalerweise trockenen Regionen Niederschläge, während es in regenreichen Gebieten Dürre verursacht. Erste Aufzeichnungen stammen aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, Forschende vermuten jedoch bereits Auswirkungen im 7. Jahrhundert. Was genau El Niño auslöst, können Forschende bislang nicht mit Sicherheit sagen – das Phänomen bleibt schwer vorherzusagen und variiert in Stärke und Dauer.

Mücken und Infektionen

Wie die Deutsche Fachgesellschaft für Reisemedizin mitteilt, zogen kräftige El-Niño-Phasen in früheren Jahren spürbar mehr durch Mücken übertragene Erkrankungen in tropischen und subtropischen Gebieten nach sich. Besonders Dengue- und Chikungunya-Fieber nahmen nach solchen Ereignissen zu. Wärmere Temperaturen und veränderte Niederschläge begünstigen die Vermehrung von Überträgermücken, zusätzlich entstehen bei Dürre und Wassermangel kleinere Wasserstellen, die als Brutstätten dienen. Auch das Malaria-Risiko kann sich regional verändern, Übertragungszeiten können sich verlängern.

Hitze bis 2027

In vielen Regionen der Tropen und Subtropen wird ab September mit außergewöhnlicher Hitze gerechnet, wie die Deutsche Fachgesellschaft für Reisemedizin mitteilt. Der Gipfel dieser Entwicklung wird demnach zwischen Dezember 2026 und Februar 2027 erwartet, wobei die Hitzeperiode in manchen Gegenden sogar bis ins Frühjahr 2027 andauern kann. Die WHO nennt zudem Mangelernährung infolge von Dürren, Verletzungen und Todesfälle durch Extremwetter sowie psychische Belastungen als mögliche Folgen. Überflutungen und Starkregen können außerdem die Gesundheitsversorgung selbst beeinträchtigen, Wald- und Buschbrände sowie verstärkte Luftverschmutzung kommen laut WHO hinzu.

Cholera als Risiko

In Staaten mit unzureichender Infrastruktur könnte sich laut Deutscher Fachgesellschaft für Reisemedizin zudem die Cholera zu einer ernsten Gefahr entwickeln. Das El-Niño-Ereignis von 2015/2016 zeigte nach Angaben von Malteser International bereits, welche verheerenden Folgen ein starkes Ereignis für betroffene Bevölkerungen haben kann. Forschende befürchten zudem, dass sich El-Niño-Phänomene durch den Klimawandel künftig häufen könnten.

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