Kieferkorrektur

Kieferkorrektur – was ist das?

Eine Kieferkorrektur dient der Behebung von Kieferfehlstellungen. Kieferfehlstellungen stören Patienten nicht nur aufgrund der optischen Abweichung vom klassischen Schönheitsideal, sondern auch, weil sie sich negativ auf die Gesundheit auswirken. Sie können beispielsweise Zahnverlust oder Kiefergelenksprobleme herbeiführen. Hervorgerufen werden Kieferfehlstellungen oft durch Unfälle o.ä., jedoch können sie auch von Geburt an bestehen. Die bekanntesten Kieferfehlstellungen sind wohl der schiefe Biss oder auch Kreuzbiss, bei dem Ober- und Unterkiefer seitlich versetzt sind, der Vorderbiss, bei dem der Unterkiefer zu weit vorne steht, der Überbiss, bei dem der Oberkiefer zu weit vorne steht sowie der Offene Biss, bei dem die Schneidezähne bei geschlossenem Mund nicht aufeinander stoßen. Im Kindesalter können diese Fehlstellungen oft noch durch eine Zahnspange ausgeglichen werden, da sich der Kiefer noch formen lässt. Bei vollständig entwickelten Patienten ist dies nur in seltenen Fällen ohne OP möglich, sofern die Fehlstellung des Kiefers nicht auf eine Fehlstellung der Zähne zurückzuführen ist.

Methoden für eine Kieferkorrektur

Gaumennahterweiterung (GNE)

Die Gaumennahterweiterung ist eine Methode, die angewandt wird, wenn der Oberkiefer wesentlich schmaler als der Unterkiefer ist. Der Gaumen wird somit mittig gespalten und durch eine Gaumennahterweiterungsapparatur gedehnt. Diese Apparatur wird sechs Monate lang getragen und muss regelmäßig vom Patienten weitergestellt werden.

Korrektur sagittaler Fehlstellungen 

Sagittale Fehlstellungen beschreiben einen Über- oder Unterbiss. Betroffene haben oft Schwierigkeiten etwas abzubeißen. Optisch äußert sie sich in einem “fliehenden Kinn” oder einer hervorstehenden Unterlippe. Hier wird, wenn die Oberlippe betroffen ist, der Oberkiefer oberhalb der Zahnwurzeln gelöst und in der richtigen Position mit Platten und Schrauben fixiert.

Korrektur vertikale Kieferverlagerungen (nach oben oder untern verschoben)

Eine vertikale Kieferverlagerung erkennt man daran, wenn sich die Lippen kaum schließen lassen und das untere Drittel des Gesichts länglich wirkt (Longface-Syndrom). Behoben wird dies, indem der Oberkiefer in einem operativen Eingriff über den Zahnwurzeln eingeschnitten und so gekippt wird, dass sich die Schneidezähne des Ober- und Unterkiefers wieder treffen. 

Korrektur lateraler Kieferfehlstellungen (seitliche Verlagerung)

Eine laterale Kieferfehlstellung liegt vor, wenn eine Seite des Unterkiefers weniger stark ausgeprägt ist, sodass sich die Kinnspitze seitlich verschiebt. Auch hier wird die Fehlstellung mittels eines invasiven Eingriffs korrigiert, sodass Ober-, Unterkiefer sowie Kinn in harmonischem Einklang sind und ein symmetrisches Gesicht geformt wird.

Segmentosteotomie

Eine Segmentosteotomie wird vorgenommen, wenn der Kiefer nach vorne einen abfallenden Verlauf aufweist. Dazu wird der Kiefer getrennt und in der richtigen Postiton wieder zusammengefügt.

Kieferkorrekturen finden fast ausschließlich durch Schnitte im Mund statt. Das hat den Vorteil, dass keine sichtbaren Narben entstehen.

In einigen (leichten) Fällen kann die Korrektur des Kiefers auch ohne Operation einhergehen, beispielsweise durch Orthopädie.

Kieferkorrektur – Was muss beachtet werden?

Eine Kieferkorrektur ist meistens ein operativer Eingriff, der unter Vollnarkose durchgeführt wird. Man sollte zwei Wochen vor und nach der Operation auf die Einnahme blutverdünnender Stoffe verzichten. Auch der Verzehr von Arnica sollte vermieden werden. Rauchen sowie Sport bzw. körperliche Belastung hemmen den Heilungsprozess, deshalb sollte man auch einige Wochen darauf verzichten.

Zudem ist es wichtig, dass das Gesicht gekühlt wird und man ausschließlich zunächst pürierte und dann weiche Kost zu sich nimmt. Gute Mundhygiene ist ebenfalls Pflicht. Außerdem sollte mindestens zwei Wochen nicht geschnäuzt werden, auch wenn es immer wieder zu blutigem Ausfluss aus der Nase kommt.

Ein solcher Eingriff zieht wie immer auch Risiken und Nebenwirkungen mit sich. Es werden nach der Operation Schwellungen und Schmerzen auftreten, die erst nach ein paar Tagen langsam abklingen. Erst nach etwa sechs Wochen ist der Heilungsprozess vollständig abgeschlossen und es kann wieder normal gekaut werden. 

Die Kosten für eine Kieferkorrektur variieren zwischen 1.500€ und 10.000€. Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass die Krankenkassen einen Teil der Kosten übernimmt.